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Dreizehn Tage im Herbst

Cornelia Franz

CHF 19.50 CHF 19.50

November 2025
200 Seiten, Klappenbroschur
978-3-9526200-1-4

Sofort lieferbar

Beschreibung

Da war ein Parkplatz, nur wenige Meter vor ihnen, eine Aussichtsplattform über der Schlucht. Noch bevor Dominik den Wagen zum Stehen brachte, hatte sich Charlotte umgedreht und den hinteren Anschnallgurt gelöst. „Bitte sehr.“ Martin grinste wieder, aber diesmal war es ein schiefes Grinsen. Ein fragendes, unsicheres Lächeln. „Danke sehr“, sagte er. „Mama.‟ Eine Sekunde zögerte er. Dann öffnete er die Tür, stieg aus und knallte die Tür hinter sich zu. Er schlenderte davon, die Straße entlang, in die Richtung, aus der sie gekommen waren, betont langsam und lässig, mit mageren, braungebrannten Beinen, in offenen Sneakers, die Schnürsenkel schleiften über den Boden, seine Kappe auf den halblangen dunkelbraunen Haaren wie immer falsch herum.

Für einen Moment verliert Charlotte die Nerven. Danach ist alles anders. Martin ist und bleibt verschwunden. Alle Spuren, die die Polizei verfolgt, verlaufen im Nichts. Für Charlotte und Dominik beginnt in ihrem Tessiner Ferienhaus eine schier unerträgliche Zeit des Wartens. Als auch noch Charlottes Mutter mit ihrem neuen Freund auftaucht, eskaliert die Situation.

Autorin

Cornelia Franz machte nach dem Studium der Germanistik eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin und arbeitete als Lektorin für Reiseführer und Kunstbücher, bevor sie mit dem Schreiben begann. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Sie hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann in ihrer Heimatstadt Hamburg.

Termine

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Datum & Uhrzeit

Veranstaltungsort

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Eintritt

19. November 2026, 
19:30 Uhr

Hamburg, 22765, Gaußstraße 60

EUR 8.-

Ticket

Rezensionen

4. Februar 2026, Folkmagazin

Ist das hier überhaupt ein Krimi? Das ist vielleicht eine Definitionsfrage. Ein Kind verschwindet, die Polizei wird eingeschaltet, die verzweifelten Eltern suchen, die Theorien, was dem verschwundenen Jungen widerfahren sein könnte, wirbeln durcheinander – und spannend ist das alles, 1000mal spannender als so manches Buch.

wo dick „Kriminalroman“ auf dem Cover steht. Eine Familie aus Hamburg, Mutter, Vater, Kind, macht Ferien im Tessin, nur möchte der elfjährige Martin nicht unbedingt dasselbe wie die Eltern. Nicht, dass er unbedingt die ganze Zeit vor dem Bildschirm hocken will, ein Buch oder ein interessantes Vogelnest, das er beobachten könnte, tun es auch. Die Eltern aber wollen sich die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten ansehen. Und auf einer Autofahrt quengelt Martin herum, er will nicht dabei sein, er langweilt sich, alles ist doof. Den Eltern reißt der Geduldsfanden: „Wenn du nicht sofort still bist, kannst du zu Fuß weitergehen.“ – „Mir doch scheißegal“, so ungefähr verläuft das Gespräch. Der Vater, der (natürlich?) am Steuer sitzt, hält an und sagt: „Bitte sehr, hier steigst du aus.“ Der Junge, total verdutzt, gehorcht. Die Eltern fahren ein Stück weiter und kehren dann um, um den hoffentlich zur Raison gebrachten Sprössling aufzusammeln. Doch weit und breit keine Spur von Martin, niemand hat ihn gesehen, und alle Spuren führen ins Leere. Zuerst trösten sich die Eltern: Martin ist doch ein Junge, einem Sexualverbrechen wird er also nicht zum Opfer gefallen sein. Doch die Polizei ruiniert diesen Trost ganz schnell. Und so geht es weiter, dreizehn Tage lang, in denen sich die Eltern gegenseitig zerfleischen und gleich danach in Reue versinken, in denen sich Familienmitglieder einmischen, die nur trösten wollen, aber mit sicherem Geschickt alles noch schlimmer machen. Am dreizehnten Tag dann die vollkommen überraschende Lösung des Rätsels. Dazu wunderbar viel Lokalkolorit, Landschaft, Seen, Essen und Trinken, ein wunderbares Buch eben. Cornelia Franz: Dreizehn Tage im Herbst, ars remata, 200 S., 14,90

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